Raucherentwöhnung und Krankenkasse: Experten fordern Nikotinersatz auf Rezept
Forderungen auf dem Tababkkongress in MünchenDadurch bleiben sie von der Kostenerstattung durch die Krankenkassen ausgeschlossen, obwohl sie nachweislich ein wichtiges Element einer erfolgreichen Raucherentwöhnung bilden.
Grünen-Politikerin für Kostenerstattung
Der Suchtmediziner Dr. Tobias Rüther kritisierte die starre Haltung von Politik und Kassen gegenüber Journalisten. Diese erstatten bislang, wenn überhaupt, nur unterstützende Maßnahmen wie Raucherentwöhnungsprogramme oder entsprechende Verhaltenstherapien. Die Nikotinersatztherapie (NET) dagegen müsse von den betroffenen Süchtigen privat bezahlt werden. Die drogenpolitische Fraktionssprechrin der GRÜNEN im Bundestag, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, befürwortete auf der Konferenz ausdrücklich eine Kostenerstattung für Nikotinersatzmittel.
Hürden für Raucherentwöhnung oft zu hoch
Wer versucht mit dem Rauchen aufzuhören, muss die Abhängigkeit von Nikotin überwinden. Viele Menschen, die eigentlich vom Tabak loskommen möchten, schrecken aus Angst vor den Entzugserscheinungen vor einem Rauchstopp zurück oder scheitern daran. Das ist verständlich, denn die Begleiterscheinungen einer Rauchentwöhnung sind mehr als unangenehm. Neben Müdigkeit, Depression und Schlafstörungen treten nicht selten Kreislaufprobleme mit Atemnot, Schwindel oder Herzbeschwerden auf. Zu all den Beschwerden kommen die Schwierigkeiten, mit liebgewordenen Gewohnheiten wie der Pausen- oder Belohnungszigarette brechen zu müssen.
Nach Einschätzung der WHO sterben pro Jahr weltweit mehrere Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. In Deutschland gibt es pro Jahr mehr als 100.000 Tabaktote.
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