Familienversicherung
Die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ermöglicht den Mitgliedern eine kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen wie Ehepartnern oder Kindern. Dafür müssen jedoch bestimmte gesetzliche Einkommens- und Altersgrenzen zwingend eingehalten werden.
Voraussetzungen für eine Familienversicherung
- Sie als Mitglied und ihre Familie müssen Ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben
- Das regelmäßige monatliche Gesamteinkommen darf 1/7 der monatlichen Bezugsgröße nicht überschreiten. Im Jahr 2026 liegt dieser Wert bei 565 Euro.
- Erzielt der Angehörige sein Einkommen ausschließlich oder teilweise aus einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob), gilt für das Gesamteinkommen die höhere Minijobgrenze von 603 Euro monatlich (Stand 2026)
- Mitversicherte Familienmitglieder dürfen nicht hauptberuflich selbstständig, versicherungspflichtig beschäftigt (z. B. in einem Midijob) oder versicherungsfrei (z. B. Beamte) sein
Gesetzliche Grundlage
Die Familienversicherung wird nach §10 des Sozialgesetzbuch V (SGB V) geregelt. Die Möglichkeit einer Familienversicherung besteht für Ehegatten und Lebenspartner der Versicherten und deren Kinder, unter bestimmten Voraussetzungen auch für Stiefkinder, Adoptivkinder und Enkel.
Trotz der kostenlosen Mitversicherung erhalten die Familienmitglieder eine eigene Gesundheitskarte und Anspruch auf alle medizinischen Leistungen (mit Ausnahme Krankengeld). Alle Regelungen der Familienversicherung gelten auch für eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften.
Einkommensgrenze für die Familienversicherung
Damit Familienangehörige kostenlos mitversichert werden können, darf ihr eigenes regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten. Hierbei muss streng zwischen zwei Werten unterschieden werden:
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Allgemeine Einkommensgrenze (565 Euro): Dieser Wert gilt für alle Einkunftsarten außer Minijobs. Wenn ein Ehepartner beispielsweise monatlich 560 Euro aus Mieteinnahmen, Kapitalerträgen, Betriebsrenten oder einer selbstständigen Tätigkeit erzielt, ist die Familienversicherung möglich. Verdient er 570 Euro, entfällt sie.
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Gesonderte Minijobgrenze (603 Euro): Diese dynamisch an den Mindestlohn gekoppelte Grenze gilt, wenn eine geringfügige Beschäftigung vorliegt. Übt das Familienmitglied einen Minijob aus, darf das Gesamteinkommen bis zu 603 Euro im Monat betragen, ohne den Anspruch auf die Familienversicherung zu gefährden.
Bestimmte steuerfreie Leistungen wie Elterngeld, Kindergeld, BAföG oder gesetzliche Pflegegelder werden bei der Prüfung des Gesamteinkommens nicht mitgerechnet.
Bedingungen für Familienversicherung von Kindern bei gesetzlichen Krankenkassen
Kinder können nicht unbegrenzt familienversichert bleiben. Der Anspruch endet regulär mit dem 18. Geburtstag. Er verlängert sich unter folgenden Bedingungen:
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Bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres, wenn das Kind nicht erwerbstätig ist.
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Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, wenn sich das Kind in einer Schul- oder Berufsausbildung (ohne Ausbildungsvergütung) oder in einem Studium befindet.
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Wurde die Ausbildung durch einen Freiwilligendienst (z. B. FSJ, BFD) unterbrochen, kann sich die Altersgrenze um die Dauer des Dienstes (maximal zwölf Monate) über den 25. Geburtstag hinaus verschieben.
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Ohne Altersgrenze: Bei einer schweren geistigen oder körperlichen Behinderung des Kindes, die es außerstande setzt, sich selbst zu unterhalten, gibt es keine Altersgrenze. Die Familienversicherung bleibt hier lebenslang bestehen.
Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung gegenüber den Privaten (PKV)
Die gesetzliche Krankenversicherung ist gegenüber einer Privaten Krankenversicherung vorteilhaft, da nicht jedes Familienmitglied separat Beiträge zahlen muss. Mit einer gesetzlichen Mitgliedschaft können Ehegatten sowie Kinder beitragsfrei mitversichert werden, solange die genannten Einkommens- und Altersvorgaben eingehalten werden.
Bei einer privaten Krankenkasse benötigt jedes Familienmitglied, egal ob Ehegatte oder Kinder, einen eigenen Vertrag. Das ist bei den gesetzlichen Krankenkassen anders. Hier können Ehegatten und andere im selben Vertrag mit familienversichert werden. Solange Voraussetzungen wie das entspreche Gesamteinkommen der Ehegatten und Kinder nicht überschritten werden.